Die erste Phase des Förderauftrags, den wir an die Deutsche Tinnitus Stiftung an der Charité Berlin gegeben haben, beschäftigt sich damit, welchen Einfluss emotionaler Stress auf die auditorischen Funktionen hat. Emotionaler Stress führt zu einer Hypersensibilisierung der Schallwahrnehmung, die oftmals mit Tinnitus einhergeht, hat.

Ziel des Forschungsprojekt ist es, die Wirkung von Stress auf das auditorische System von Ratten zu untersuchen. Erste Ergebnisse belegen, dass eine 24-stündige Stressbelastung zu einer vorübergehenden Hypersensitivität im Ohr führte, bei einigen Tierarten ist die Hörfähigkeit sogar eine Woche später nicht wieder auf den Ausgangswert zurückgegangen.

Die Wissenschaftler vermuten daher, dass Dauer und Intensität von stressbedingten Hörstörungen und Veränderungen im auditorischen System vom Genotyp der Tiere abhängen könnten, für die dann in der Folge besondere Präventivmaßnahmen entwickelt werden müssten.

Die Ergebnisse des molekularbiologischen Forschungsprojekt sollen dafür sorgen, dass verbesserte individuelle Therapieansätze für Patienten mit Tinnitus und Hyperacusis entwickelt werden können. Denn an Tinnitus leiden mittlerweile etwa 8 Millionen Menschen in Deutschland.

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